Die Zeit der Dinosaurier

Angelika Huber-Janisch ist promovierte Biologin, Fachjournalistin und Buchautorin. In ihrem Buch „Was willst du wissen? Das große Fragen- und Antwortenbuch – Dinosaurier“ beantwortet sie über 100 Kinderfragen über die Dinosaurier.

Wann lebten die Dinosaurier? Und hatten die Dinosaurier eine „beste Zeit“? Das erfahrt ihr hier!

Warum verdankten die Dinosaurier ihre Entstehung einem Massenaussterben?

Ohne das Massenaussterben am Ende des Perms und Übergang zum Trias-Zeitalter vor etwa 252 Millionen Jahren, das als bislang fürchterlichstes, dramatischstes und folgenreichstes Ereignis für das Leben auf unserem Planeten gilt, hätte es die Dinosaurier wohl nie gegeben!

Klingt irgendwie unglaublich, dass ein Ereignis, das rund 95 Prozent aller Arten im Meer und etwa 75 Prozent aller an Land lebenden Arten unwiederbringlich auslöschte, der Startschuss für eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte anderer Tiere war, oder?
Und doch war es so: Diese Katastrophe war der Beginn einer Entwicklung völlig neuer Tiere: der Archosaurier, der Vorfahren der Dinos.

Und das kam so: Vor 252 Millionen
Jahren herrschten teuflisch heiße Zeiten
auf der Erde. Unvorstellbar heftige Vulkanausbrüche, die sich über 900 000 Jahre lang im Gebiet des heutigen Russlands ereigneten, führten dazu, dass der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre für viele Millionen Jahre von 30 auf 10—15 Prozent sank. Hitzewellen, Dürreperioden, Waldbrände und eine unerträgliche Durchschnittstemperatur von 45 Grad Celsius waren an der Tagesordnung und die Wüsten im Landesinneren breiteten sich aus. Luftverschmutzung durch Kohlenstoffdioxid, Fluor, Chlorwasserstoff und Schwefeldioxid, das sich mit Regen zu Schwefelsäure verband und während der Monsunzeit als sintflutartiger, saurer Regen auf die Pflanzen niederging, schädigte oder zerstörte die Wälder an Land und die Lebensräume im Meer. Es muss die Hölle auf Erden gewesen sein! Und doch haben ein paar Tiere diese schreckliche Zeit überlebt — unter ihnen die Archosaurier, aus denen die Dinosaurier und Krokodile entstanden. Warum aber hatten die Dino-Vorfahren überlebt? Ganz einfach: Ihre gut angepassten Lungen konnten mit dem wenigen Luftsauerstoff super umgehen. Und ihre langen, geraden Beine befähigten sie zu schnellem Laufen und hoben ihre Körper weit genug vom heißen Boden ab. Ihr seht: Oft ist eine gute Anpassung Gold wert!

Wann lebten die Dinosaurier?

Eines kann man mit Sicherheit sagen:
Dinosaurier lebten eine unglaublich lange Zeit auf unserer Erde. Etwa 170 Millionen Jahre lang! Keine andere an Land lebende Tiergruppe gab und gibt es so lange wie diese Urzeit-Tiere. Die Dinosaurier entwickelten sich und lebten im Erdmittelalter, das Zeitalter des sogenannten Mesozoikums, das auf das Perm-Zeitalter folgte. Das Erdmittelalter begann 252 Millionen Jahre vor unserer Zeit und endete vor 66 Millionen Jahren. Es gliedert sich in die Epochen Trias (vor 252—201 Millionen Jahren), Jura (vor 201—145 Millionen Jahren) und Kreide (vor 145—66 Millionen Jahren). Und es wurde von zwei der größten Ereignissen mit Massenaussterben der Erdgeschichte eingerahmt: dem Massenaussterben am Perm-Trias-Übergang vor 252 Millionen Jahren, bei dem rund 90 Prozent aller damals lebenden Arten ausstarben, und dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren, bei dem die Dinosaurier bis auf Ausnahme der Vögel ausstarben. Dazu erfahrt ihr weiter hinten im Buch noch mehr.

Gab es für die Dinosaurier eine „beste Zeit“?

Bis zum Erdmittelalter und auch noch an seinem Anfang gab es nur einen einzigen, riesigen Kontinent auf der Erde. Er hieß Pangäa und wurde von einem großen Meer umgeben. Im Inneren des Superkontinents war es sehr heiß, an seinen Rändern zum Meer hin war das Klima erträglicher. Vermutlich vor 200 Millionen Jahren, also am Ende des Trias-Zeitalters und Anfang des Jura-Zeitalters, zerfiel der Superkontinent in zwei Teile: in Gondwana im Süden und Laurasia im Norden.

Daraufhin wurde das Klima wärmer und feuchter und es begann nach und nach die beste Zeit für die Dinosaurier. Denn die Pflanzen wurden riesig — und mit ihnen wuchsen die Dinosaurier zwar nicht in den Himmel, aber ebenfalls in ungeahnte Höhen. Die pflanzenfressenden Sauropoden mit ihren langen Hälsen entstanden und im gemeinsamen Wetteifern mit ihnen wurden auch die fleischfressenden Theropoden größer. Ihre beste Zeit erlebten die Dinosaurier vermutlich in der Jura- und Kreidezeit. Vor 201—66 Millionen Jahren waren sie die unangefochtenen Herrscher der Erde!

Übrigens: Die ersten Wirbeltiere, die fliegen konnten, die Flugsaurier, erschienen vor etwa 230 Millionen Jahren. Wie die Meeressaurier und die Ammoniten verschwanden aber auch sie, als die Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren ausstarben.