Nachhaltigkeitsbericht von arsEdition

Wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen

Liebe Leserinnen und Leser, 

wir, die Verlage und Unternehmen der deutschen Bonnier-Gruppe – darunter arsEdition, Carlsen, Gutkind, Hörbuch Hamburg, die Münchner Verlagsgruppe, Piper, Thienemann, die Ullstein Buchverlage, der Wimmelbuchverlag und der Buchvertrieb Blank – gehören zum schwedischen Familienunternehmen Bonnier mit Sitz in Stockholm. Die Verlagsaktivitäten der Gruppe befinden sich nach wie vor vollständig im Besitz der Familie Bonnier. 

Unsere Eigentümer sind seit über 200 Jahren im Verlagswesen tätig. Ihre Perspektive richtet sich nicht auf Quartale, sondern auf Generationen. Diesen langfristigen Ansatz verfolgen auch wir mit unseren deutschen Verlagen und setzen uns intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Nachhaltigkeit in unser tägliches Denken und Handeln zu integrieren, ist längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. 

Wir fühlen uns verantwortlich für die Auswirkungen unserer Buch- und Hörbuchproduktion. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Schweden, Großbritannien, Finnland, Dänemark, Polen und Norwegen haben wir uns daher einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess verpflichtet, um die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. 

In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen erläutern, wie wir uns für den Klimaschutz engagieren, welche ersten Erfolge wir dank des Einsatzes unserer engagierten Mitarbeitenden bereits erzielen konnten und wie wir versuchen, positiv auf unsere Geschäftspartner einzuwirken. Zudem werden wir darlegen, in welchen Bereichen die größten Herausforderungen bestehen und welche Ziele wir uns für die kommenden Jahre gesetzt haben. 

  • Christian Schumacher-Gebler – Bonnier Media Deutschland 
  • Dagmar Becker-Göthel – arsEdition 
  • Ralph M. Danna – Buchvertrieb Blank 
  • Bärbel Dorweiller – Thienemann-Esslinger Verlag 
  • Colin Hauer – Hörbuch Hamburg Verlag 
  • Sandra Harzer-Kux – Carlsen Verlag 
  • Vanessa Hofferbert – Münchner Verlagsgruppe 
  • Karsten Kredel – Ullstein Buchverlage 
  • Felicitas von Lovenberg – Piper Verlag 
  • Ulrike von Stenglin – Gutkind Verlag 
Es werden große weiße Papierrollen gezeigt, die in einer Produktionshalle in mehreren Reihen nebeneinander stehen. Im Hintergrund sind Teile von Maschinen, Stahlträger, Leitungen und Deckenbeleuchtung zu sehen.

Wo entstehen unsere Emissionen?

Hauptemissionsquellen: 72,8% der Emissionen stammen aus der Produktion unserer Bücher und dem Buchpapier. 

Ein weiterer signifikanter Faktor sind die logistischen Herausforderungen, die sich aus den Transporten unserer Produkte ergeben. Da sich ein Teil unserer Produzenten in Asien und Osteuropa befinden, ergeben sich daraus ökologische Verantwortlichkeiten beim Transport in unser Logistikzentrum. 

Aus diesem Emissionsprofil leiten wir unsere Handlungsempfehlungen für die Verringerung der Emissionen ab. Dies steht für uns im Mittelpunkt unserer Nachhaltigkeitsstrategie. 

Verteilung der Treibhausgasemissionen (Stand 2025) 

  • Eingekaufte Waren und Dienstleistungen - 72,8%  
  • Vorgelagerter Transport und Verteilung (z. B. zu unserem Auslieferungslager) - 10% 
  • Nachgelagerter Transport und Verteilung (z. B. zum Buchhandel) - 6,2% 
  • Entsorgung und Behandlung verkaufter Produkte am Lebensende - 2,3% 
  • Geschäftsreisen - 1,7% 
  • Pendelverkehr der Mitarbeitenden - 1,7% 
  • Sonstige - 5,3% 

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie bis 2025

Mit einer Reduktion von 29 % im Jahr 2023 hat die Bonnier-Gruppe ihr ursprüngliches Ziel, bis 2025 eine Verringerung von 25 % zu erreichen, bereits frühzeitig übertroffen. Gleichzeitig folgt die Gruppe konsequent dem 1,5°C-Pfad der Science Based Targets Initiative. 

Fünf-Säulen-Ansatz für Emissionsminderung 

Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Verwendung emissionsärmerer Papiere, die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, die nachweislich eigene Klimastrategien verfolgen, der Einsatz erneuerbarer Energien, der Wechsel zu emissionsärmeren Dienstfahrzeugen und die konsequente Reduktion von Flugreisen. 

Kompensation als Ergänzung 

Neben der konsequenten Priorisierung von Emissionsreduktionen hat die Bonnier-Gruppe von 2021-2023 jährlich ihre verbleibenden Emissionen reduziert. Dies erfolgt durch Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte, wie beispielsweise Waldschutzprogramme und die Förderung erneuerbarer Energien. Alle unterstützten Projekte sind nach internationalen Standards wie dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard (VCS) zertifiziert und verifiziert, um höchste Transparenz und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Diese Praxis wurde mit dem Berichtsjahr 2023 eingestellt. Seitdem investieren wir ausschließlich in direkte Emissionsreduktion. 

Seit 2018 erfasst die Bonnier-Gruppe ihre Treibhausgasemissionen jährlich gemäß den Vorgaben des GHG-Protokolls, das die Emissionen in drei Bereiche („Scopes“) gliedert. Dabei werden alle relevanten Kategorien wie Stromverbrauch, Transport und eingekaufte Waren berücksichtigt. Die Berichterstattung erfolgt in CO2-Äquivalenten (CO2e), um einen einheitlichen und vergleichbaren Standard für die Emissionen verschiedener Unternehmen zu gewährleisten. Unsere Berechnungen umfassen sechs Treibhausgase, die im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen sowie im Kyoto-Protokoll definiert sind. Zur Sicherstellung von Neutralität und Transparenz wird unsere Klimabilanz von einer unabhängigen Agentur geprüft. 

Seit 2018 erfassen wir unsere Treibhausgasemissionen jährlich und veröffentlichen seit 2019 umfassende Berichte. Der gewählte 1,5°C-Pfad basiert auf wissenschaftlichen Modellen, die globale Emissionen sowie deren Auswirkungen prognostizieren, und wird von der Science Based Targets Initiative (SBTi) unterstützt. 

Gezeigt wird der Eingang des arsEdition Verlagsgebäudes. Es handelt sich um ein mehrstöckiges Gebäudes mit großem, hellen Vordach und begrünten Fassadenflächen. Vor dem Hauseingang stehen zahlreiche Fahrräder auf einem gepflasterten Hof. Rechts und links rahmen Bäume und weitere Gebäude die ruhige Straßenszene.

Maßnahmen an unseren Standorten 

Plastikverzicht und Branchenstandard 

Die deutsche Bonnier-Gruppe hat 2019 damit begonnen, Hardcover-Bücher nicht mehr in Plastikfolie einzuschweißen – eine Praxis, die bis dahin als Branchenstandard galt. Um den Übergang zu erleichtern und eine klare Kommunikation gegenüber Buchkäufern und Handelspartnern sicherzustellen, wurde während einer Übergangsphase ein „Frischhalte-Siegel“ eingeführt. Dieses diente als Alternative und unterstützte die Akzeptanz der Maßnahme. Heute werden die meisten Bücher vollständig ohne Einschweißfolie ausgeliefert - ein Ansatz, der inzwischen zum Branchenstandard geworden ist.

Maßnahmen an den Bürostandorten 

Maßnahmen wie der Einsatz von Recyclingpapier, energiesparender Beleuchtung, Wiederverwendung von Verpackungsmaterialien und die Umstellung auf digitale Arbeitsprozesse tragen an unseren Verlagsstandorten aktiv zur Ressourcenschonung bei. 

Innovative Papiersorten mit geringer Emission 

Die Entwicklung emissionsarmer Papiere hat zu einer Reduktion unserer Treibhausgasemissionen beigetragen. 

Details zu den Maßnahmen

Eine Person in dunkler Arbeitskleidung greift in einer Produktionsumgebung nach einem großen, hellen Papierbogen. Im Hintergrund liegen weitere gestapelte Bögen auf einer Maschine oder Arbeitsfläche, die Szene ist nah aufgenommen und zeigt vor allem Hand, Material und Arbeitsprozess.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie bis 2040

Ambitionierte Reduktionsziele bis 2040 

Die internationale Bonnier-Gruppe verpflichtet sich, ihre Emissionen in den Bereichen Scope 1, Scope 2 und Scope 3 bis 2040 um 90 % zu reduzieren – validiert durch die Science Based Targets initiative (SBTi). 

Die verbleibenden 10 % technisch unvermeidbarer Restemissionen sollen ab 2040 durch Kohlenstoffentfernungsprojekte wie Direct Air Capture adressiert werden, die diese Emissionen aktiv aus der Atmosphäre entfernen oder durch langfristige Aufforstungsprojekte.

Förderung erneuerbarer Energien 

Bis Ende 2027 strebt die Bonnier-Gruppe an, sämtliche Büros ausschließlich mit erneuerbarer Elektrizität zu versorgen. Zudem sollen 90 % der innerhalb der Gruppe hergestellten Produkte mithilfe erneuerbarer Energien produziert werden. Dieses ambitionierte Ziel betont das Engagement der Gruppe für erneuerbare Energiequellen und ihre kontinuierlichen Bemühungen zur Verringerung der energiebedingten Emissionen. 

Ende der Kompensation, Fokus auf Reduktion 

Bonnier erhebt damit keinen Anspruch auf Klimaneutralität – Kohlenstoffentfernung wird ausschließlich als letztes Mittel für Emissionen eingesetzt, die sich trotz aller Reduktionsmaßnahmen nicht vermeiden lassen. 

Details zu den Zielen bis 2040

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Welche erneuerbaren Energiequellen werden in der Strategie von Bonnier berücksichtigt? 

Erneuerbare Energiequellen umfassen Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Geothermie und nachhaltig beschaffte Biomasse, wie in RE100, einer globalen Unternehmensinitiative für erneuerbare Energien, definiert. Ihre technische Anleitung ist ein zentrales Dokument für unsere Ziele im Bereich erneuerbare Energien. Kernenergie wird nicht als erneuerbare Energiequellebetrachtet. 

Wie wird der Treibhausgasfußabdruck gemessen und berichtet?

Unsere Emissionen werden jährlich gemessen und gemäß dem Treibhausgas-Protokoll (GHG-Protokoll), einem Industriestandard zur Bilanzierung von Treibhausgasen, berichtet. Wir erfassen Emissionen in:  

  • Scope 1: Direkte Emissionen aus Quellen, die wir kontrollieren.  
  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus der von uns gekauften und genutzten Energie.  
  • Scope 3: Indirekte Emissionen aus unserer Wertschöpfungskette, einschließlich  Produktions- und Logistikaktivitäten.  

Wir erhalten einen konsolidierten Gruppenbericht für die Bonnier-Gruppe von einer externen GHG-Bilanzierungsagentur. Dieser Bericht dient als Grundlage, um individuelle, maßgeschneiderte Berichte für alle Unternehmen und Lieferanten zu erstellen, die aktiv am Bilanzierungsprozess teilgenommen haben. So stellen wir sicher, dass alle Beteiligten präzise und relevante Informationen zur Verfügung haben, um ihre eigenen Klimaziele effektiv voranzutreiben. 

Wie wurden die neuen Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen festgelegt? 

Nachdem wir bis 2023 eine Emissionsreduktion von 34 % zum Basisjahr 2019 erreicht haben, setzen wir unsere Ambitionen fort, um langfristige Nachhaltigkeit sicherzustellen. Unsere neuen Ziele orientieren sich am 1,5°C-Pfad der Science Based Targets Initiative (SBTi) 1. Dieser Pfad basiert auf einem linearen Reduktionsmodell und unterstreicht die Dringlichkeit kontinuierlicher Emissionssenkungen. ( Mehr zur Science Based Target Initiative erfahren Sie hier: Ambitious corporate climate action – Science Based Targets Initiative)

Unsere Reduktionsziele basieren auf absoluten Emissionen, was bedeutet, dass steigende Verkaufszahlen und Umsätze möglicherweise zu einem Anstieg der Gesamtemissionen führen können, selbst wenn die Emissionsintensität sinkt.

Wie setzt sich unser Fünf-Säulen-Ansatz zur Emissionsminderung zusammen?

Gezielte Verbesserung des Emissionsprofils 

Im Rahmen unseres Engagements für den Klimaschutz haben wir uns als Bonnier-Gruppe an den Fünf-Säulen-Ansatz (FSA) gehalten. Dabei lag unser anfänglicher Fokus auf Bereichen, die entweder den größten Einfluss auf unser Emissionsprofil haben oder vergleichsweise einfach und effizient verbessert werden können. 

Papier 

Scope-3-Emissionen stellen mit 99 % den überwiegenden Anteil unserer gesamten Emissionen dar, wobei Papier der Hauptverursacher ist. Um nachhaltige Materialbeschaffung zu fördern, haben wir eine forschungsbasierte Kategorisierung von Papiersorten entwickelt, die diese nach ihren Emissionen pro Tonne in die Kategorien hoch, mittel und niedrig einteilt. Ergänzt wird dies durch eine interne Papiemissionsdatenbank, die unseren Teams als wichtige Ressource für fundierte und nachhaltige Entscheidungen dient. 

Buchproduzenten 

Neben dem Papier leisten unsere Buchproduzenten einen entscheidenden Beitrag zu unseren Klimaschutzbemühungen. Durch enge Zusammenarbeit stellen wir eine hohe Datenqualität sicher und fördern die Reduktion von Emissionen und Abfällen entlang der Lieferkette. 

Wir haben die Anzahl der Lieferanten erhöht, die erneuerbare Energien nutzen und Strategien zur Reduktion von Treibhausgasen umsetzen. Einige unserer Partner setzen darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen um, wie die Steigerung der Transporteffizienz, die Verringerung von Abfällen, die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten sowie die Reduzierung des Einsatzes von Verpackungsmaterialien. 

Erneuerbare Energien 

Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in unseren Büros erreichte 2023 konzernweit 45 %. In der deutschen Gruppe lag dieser Wert sogar bei beeindruckenden 97 %. Unser Ziel ist es, diesen Anteil weiter zu steigern und so unsere Klimaschutzbemühungen kontinuierlich voranzutreiben. 

Dienstwagen 

Zusätzlich haben wir den Austausch von Dienstfahrzeugen mit fossilen Brennstoffen aktiv gefördert und vorangetrieben, indem wir verstärkt auf Elektro- und Hybridfahrzeuge setzen. Dieser Schritt ist Teil unserer umfassenden Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Förderung nachhaltiger Mobilität. 

Flugreisen 

Wir streben an, Kurzstreckenflüge konsequent zu vermeiden. Trotz unserer dezentralen Vertriebsstrukturen mit Standorten in und um München, Berlin, Hamburg und Stuttgart setzen wir verstärkt auf umweltfreundliche Transportmittel, um unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. 

Wie wird die Bonnier-Gruppe sicherstellen, dass die geplanten Reduktionsmaßnahmen wirksam sind?

Wir überprüfen die Wirksamkeit unserer Emissionsreduktionen durch ein jährliches Monitoring und eine umfassende Berichterstattung. Im Rahmen dieses Prozesses berechnen wir den Emissionsfußabdruck unserer größten Lieferanten, identifizieren Verbesserungspotenziale und teilen die Ergebnisse gemeinsam mit Empfehlungen zur Reduktion des Emissionsfußabdrucks unserer Lieferanten. Beispiele hierfür sind Optimierungen bei der Materialauswahl oder der Einsatz erneuerbarer Energien. 

Detaillierte Berichte unterstützen zudem die zur Bonnier-Gruppe gehörenden Einzelunternehmen dabei, ihre Emissionen gezielt zu reduzieren, und fördern kontinuierliche Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Damit arbeiten wir kontinuierlich daran, dass unsere Klimaschutzmaßnahmen messbare und langfristige Emissionsreduktionen erzielen. 

Warum setzen wir uns nicht ein Ziel, das leichter zu erreichen wäre?

Ein weniger ehrgeiziges Ziel würde der Dringlichkeit nicht gerecht werden, die notwendig ist, um den globalen Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Unsere Ziele orientieren sich an den wissenschaftlich fundierten Vorgaben des Pariser Abkommens und sind nach dem Standard der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert. Diese Vorgaben erfordern erhebliche jährliche Emissionsreduktionen, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. 

Mit diesen ambitionierten Zielsetzungen arbeiten wir darauf hin, nicht nur unseren eigenen Beitrag zu leisten, sondern auch unsere Partner und andere Unternehmen der Branche dazu zu inspirieren, sich ebenfalls zu weitreichenden Klimaschutzmaßnahmen zu verpflichten. Indem wir uns hohe, messbare Ziele setzen, treiben wir die langfristige Reduktion unserer Treibhausgasemissionen aktiv voran. Unseren konkreten Maßnahmenplan finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht. 

Welche Kosten entstehen bei der Emissionsreduktion?

Die Kosten für die Emissionsreduktion variieren je nach den spezifischen Dekarbonisierungsmaßnahmen innerhalb unserer Gruppe. Während einige Maßnahmen, wie Effizienzsteigerungen im Energieverbrauch, langfristig Kosteneinsparungen ermöglichen, können andere, wie der Umstieg auf erneuerbare Energien oder emissionsärmere Materialien, höhere Anfangsinvestitionen erfordern. 

Wir betrachten diese Ausgaben jedoch als essenzielle Investitionen in unsere Zukunft. Sie unterstützen uns dabei, Risiken zu minimieren, unsere Klimaziele zu erreichen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Wie binden wir unsere Mitarbeitenden in unsere Reduktionsstrategie ein?

Die Einbindung unserer Mitarbeitenden ist ein entscheidender Faktor für das Erreichen unserer Klimaziele. Durch transparente Informationen und Aufklärung unterstützen wir sie dabei, die Auswirkungen ihrer betrieblichen Entscheidungen auf die Umwelt besser zu verstehen. Ob es um die Reduzierung von Reisen, die Auswahl nachhaltiger Lieferanten oder die Optimierung des Energieverbrauchs im Büro geht – jedes Teammitglied trägt aktiv zur Umsetzung unserer Klimaschutzmaßnahmen bei. 

Zudem ermutigen wir unsere Mitarbeitenden, ihre eigenen Ideen in die lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen einzubringen. Einige Verlage haben bereits eigene Arbeitsgruppen gegründet, die gezielt an Verbesserungen im Alltag arbeiten und das unternehmensweite Wissensnetzwerk stärken. Individuelles Feedback wird ebenfalls gefördert und als wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Strategie angesehen. 

Wie wird Bonnier Books mit Emissionen umgehen, die bis 2040 nicht reduziert werden können?

Bonnier Books – dazu gehören alle Verlage und Unternehmen, die sich innerhalb der Bonnier Gruppe mit der Produktion und dem Verkauf von Verlagsprodukten beschäftigen – verfolgt das Ziel, bis 2040 eine Reduktion der Emissionen um 90 % in Scope 1, 2 und 3 zu erreichen – im Einklang mit den Vorgaben der Science Based Targets Initiative (SBTi). Details zu unserem konkreten Umsetzungsplan finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht. 

Die verbleibenden 10 % technisch schwer vermeidbarer Restemissionen sollen durch Kohlenstoffentfernungsprojekte wie Direct Air Capture oder langfristige Aufforstung adressiert werden. Bonnier Books erhebt damit keinen Anspruch auf Klimaneutralität – Kohlenstoffentfernung wird ausschließlich als letztes Mittel für Emissionen eingesetzt, die sich trotz aller Reduktionsmaßnahmen nicht vermeiden lassen. 

Im Gegensatz zu traditionellen Kohlenstoffkompensationen, die darauf abzielen, zukünftige Emissionen zu vermeiden, liegt der Fokus der Kohlenstoffentfernung auf der Beseitigung bereits vorhandener Emissionen. Dies gewährleistet einen langfristigen und messbaren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen und unterstützt Bonnier Books dabei, die eigenen Emissionen auf ein wissenschaftlich vertretbares Niveau zu senken. 

Was bedeutet unser Engagement für die Science Based Targets Initiative (SBTi)?

Durch die Validierung unserer Ziele durch dieSBTistellen wir sicher, dass unsere Treibhausgasreduktionsziele wissenschaftlich fundiert und mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang stehen. Unsere Strategie folgt dem 1,5°C-Pfad, dem ambitioniertesten Szenario, und unsere Ziele sind in absoluten Zahlen festgelegt, wodurch der Schwerpunkt auf der Reduzierung der Gesamtemissionen liegt und nicht nur auf der Verbesserung der Intensitätswerte.

Was passiert mit unserem Ziel, wenn die globale Erwärmung bereits die 1,5°C-Grenze überschreitet? Werden wir unsere Strategie anpassen?

Wir bleiben dem 1,5°C-Pfad verpflichtet, auch wenn die globale Erwärmung diese Schwelle überschreiten sollte. Unsere Strategie basiert darauf, die Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren, und wir halten an unseren validierten Zielen fest, um zu den globalen Bemühungen beizutragen, unabhängig von den Herausforderungen, die durch die klimatischen Bedingungen entstehen. Natürlich findet der Klimawandel bereits statt, und wir sehen Veränderungen in den Wettermustern (Niederschläge, Stürme, Hitzewellen), die unsere Klimastrategien beeinflussen werden. Daher ist es von höchster Wichtigkeit, Resilienz zu schaffen, flexibel zu reagieren und mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die nachweislich eigene Klimastrategien verfolgen oder entsprechende Zertifizierungen vorweisen können.

Warum hat Bonnier die Klimakompensation eingestellt? 

Wir stellen die Klimakompensation ein, da langfristige Emissionsreduktionen in Scope 1–3 wirkungsvoller sind. Während Kompensationen bisher halfen, nicht sofort reduzierbare Emissionen zu adressieren, fokussieren wir unsere Ressourcen nun vollständig auf Maßnahmen zur direkten Reduktion. Obwohl der Kauf von Kohlenstoffzertifikaten bezüglich der Transparenz und Qualität Kritik erfahren hat, waren unsere bisher genutzten Zertifikate von hoher Qualität. Aber mit fortschreitender Regulierung und besseren Reduktionsmöglichkeiten priorisieren wir die Verringerung an der Quelle. Eine Rückkehr zur Kompensation könnte erfolgen, wenn wir uns dem Netto-Null-Ziel nähern – aktuell liegt unser Fokus jedoch auf der Emissionsreduktion.

Wie hoch ist die Klimaauswirkung eines gedruckten Buchs?

Die Emissionen variieren je nach Faktoren wie der verwendeten Papiersorte und dem Produktionsprozess. Durch sorgfältige Materialauswahl und die Nutzung erneuerbarer Energien durch unsere Lieferanten haben wir den Treibhausgas-Fußabdruck unserer gedruckten Bücher deutlich reduziert. Bücher haben aufgrund ihrer langen Nutzungsdauereinen vergleichsweisegeringen Emissionsanteil pro Nutzungsjahr (Quelle: DEFRAConversionFactors2024).